Ö S T E R R E I C H I S C H E   i l c o - Stoma-Dachverband

ILEOSTOMIE- COLOSTOMIE- UROSTOMIE - VEREINIGUNG

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ERFAHRUNGSBERICHT

"Lust auf Sexualität und Liebe"

Praktische Hinweise & Tipps für Frauen mit Stoma

Nach der Operation: Setzen Sie sich nicht unnötig unter Druck, wieder Lust auf Sexualität und Liebe empfinden zu müssen. Bei einigen Frauen dauert es Monate, manchmal sogar bis zu einem Jahr nach der Operation, bis Sie erneut wieder Lust auf Liebe und Sexualität verspüren. Und das ist völlig in Ordnung! Ihre Lust kommt nicht auf Bestellung, sondern ganz von selbst aus Ihrem körperlichen und seelischen Empfinden. Seien Sie freundlich zu sich und Ihrem Partner und lassen Sie sich Zeit. In den ersten Wochen und Monaten nach einer Stomaanlage können häufig Schmerzen beim sexuellen Verkehr auftreten, besonders wenn nach einem Verschluss des Enddarms die Wundnähte bis in den Bereich des Scheideneingangs verlaufen. Dies gilt ebenso für die im Bauchraum liegende Wundhöhle, die bis zur endgültigen Abheilung Schmerzen auslösen kann. In manchen Fällen können sich sogar Narbenstränge und Verwachsungen bilden. Hier hilft leider nur eines: sich in Geduld zu üben!

Sorgen Sie für Ihre Sicherheit und für Diskretion. So können Sie da sexuelle Beisammensein auf Tages- und Nachtzeiten verlegen, wo das Stoma nach Ihrer Erfahrung nicht besonders aktiv ist, oder sich angewöhnen, jedes Mal vorher den Stoma-Beutel zu entleeren, um unangenehme Geräusche und Gerüche  von vornherein zu vermeiden. Gegen knistern und andere Geräusche, aber auch gegen eventuell auftretende Schmerzen wegen der fehlenden Abpolsterung des Rektums, kann es hilfreich sein, mit unterschiedlichen Stellungen während des Sexualaktes zu experimentieren. Während die klassische Missionarstellung, bei der der Mann oben liegt, knisternde Geräusche eher provozieren, können seitliche Lagen wirksam helfen, solche meist als unangenehm  empfundenen oder schmerzhaften Begleitphänomenen vorzubeugen. Sofern keine Kontraindikationen vorliegen, besteht bei betroffenen Kolostomiepatientinnen mit endständiger Sigmakolostomie  die Möglichkeit zur Irrigation, durch die für einen Zeitraum von 24 bis 48 Stunden eine Kontinenz erreicht werden kann. Sprechen sie diesbezüglich Ihren Haus- oder Facharzt bzw. ihre Stomatherapeutin an.

Für mehr Diskretion hat die industrielle Stomaversorgung gut vorgesorgt: mit besonders diskreten Beuteln, Mini- Beuteln mit Stoma-Kappen und speziellen Schutzbezügen. Bei der Neigung zu Blähungen helfen Kohlefilter, vor unangenehmen Gerüchen schützen Tabletten, Geruchstropfen oder Geruchssprays, auch einige Tropfen Mandelöl oder Süßstofftabletten, die in den Beutel gegeben werden können. Testen sie diese Vorsorgemöglichkeiten auch mit Blick auf das sexuelle Beisammensein.

Verhütung: Betroffene Frauen mit Ileostomie sollten beachten, dass die Pille für sie nicht unbedingt immer eine sichere Verhütungsmethode darstellt, denn meist wird sie unverdaut wieder mit ausgeschieden. Sprechen Sie ihren Haus- oder Facharzt, z. B. Ihren Gynäkologen an

www.phadimed.de

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Für genauere Details oder Bezugsquellen ersuchen wir um Kontaktaufnahme mit der Wiener ILCO per E-Mail oder Telefon.