Urlaubstipps

Urlaubsplanung: Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie mit anderen StomaträgerInnen, Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin, Ihrer Stomatherapeutin, Ihrem Bandagisten oder dem Kundenservice der Herstellerfirma über das Reiseziel, die Stomaversorgung und mögliche auftretende Probleme.

Nehmen Sie bei Flug- und Bahnreisen genug Versorgungsmaterial in Ihr Handgepäck mit. Teilen Sie ihren Urlaubsbedarf aus Sicherheitsgründen (z.B. bei Verlust) auf verschiedene Gepäckstücke auf.

Deklarieren Sie den Inhalt ihres Stomaversorgungs-Gepäckstücks in der Sprache ihres Urlaubslandes, damit sie unnötigen Fragen aus dem Weg gehen können. Wir teilen Ihnen auf Anfrage gerne die nötigen Fachbegriffe in der jeweiligen Fremdsprache mit. Auch bei Krankenkassen, Versicherungen und Automobilclubs erhalten Sie kostenlos mehrsprachige Broschüren mit wichtigen Begriffen und Sätzen für medizinische Notfälle.

Auf Anfrage teilen wir Ihnen auch gerne die Kontaktadresse der jeweiligen Stoma-Vereinigung ihres Urlaubslandes mit. Inzwischen gibt es in vielen Ländern der Welt solche Selbsthilfeorganisationen.

Wenn es Ihnen notwendig erscheint, bitten Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin vor Reiseantritt um eine schriftliche Diagnose, eine Auflistung der einzunehmenden Medikamente und um die genaue Bezeichnung Ihrer Versorgungsprodukte.

“Notfall-Verordnungsschein”: Lassen Sie sich bei Reisen innerhalb Österreichs von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin über Ihre speziellen Versorgungsartikel einen zusätzlichen Verordnungsschein für den Bedarfsfall ausstellen. Bei Auslandsreisen erkundigen Sie sich bei den Herstellerfirmen (Kundenservice) darüber, ob Ihre Versorgung im betreffenden Reiseland den gleichen Namen hat.

“Notfall-Paket”: Sie können auch bei Verwandten oder Bekannten ein Reservepaket mit Ihren Versorgungsprodukten hinterlegen, das Ihnen im Bedarfsfall per Express an den Urlaubsort nachgeschickt werden kann (auch verschiedene Automobilclubs bieten ihren Mitgliedern diesen Service an).

Auslandskrankenschein: Ihre Krankenkasse übermittelt Ihnen auf Anforderung einen Krankenschein für Ihr Urlaubsland. Bedenken Sie: Nicht alle Länder haben ein Sozialversicherungsabkommen mit Österreich (nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse).

Zusatzversicherung: Überlegen Sie den Abschluß einer privaten Auslandskrankenversicherung. Sie ist kostengünstig und hilft im Bedarfsfall finanzielle Risiken abzudecken.

Vor allem Betroffene mit einem Ileostoma  (einem künstlichen Dünndarmausgang) müssen bei längeren Flugreisen darauf achten, genügend zu trinken, da die klimatisierte Luft im Flugzeug äußerst trocken ist. Außerdem ist es bei Buchung des Fluges bereits möglich, sich bei Bedarf für eine spezielle Diät-Bordverpflegung zu entscheiden.

Ernährung im Urlaubsland: Ungewohntes Essen bzw. Getränke, besonders in südlichen Ländern und tropischen Regionen, können zu Veränderungen der Stuhlgewohnheiten führen. Planen Sie daher einen erhöhten Sackerl Verbrauch ein. Vorsicht ist geboten bei: frischem Obst, Gemüse und Salat, bei scharfen Speisen, bei Speiseeis usw. Es empfiehlt sich auch kein Leitungswasser zu trinken, sondern auf in Flaschen abgefüllte Getränke überzugehen.

Reiseapotheke: Nehmen Sie, in Absprache mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin, abgesehen von Ihren Dauermedikamenten, auch Medikamente gegen Schmerzen, Erkältungen, Magen- und Darmbeschwerden usw. mit.

Irrigation: Das Wasser zur Darmspülung sollte – je nach Urlaubsland – abgekocht sein oder Sie verwenden einfach Mineralwasser (ohne Kohlensäure).

Strandbekleidung: Gerade für Damen eignen sich, um sich zwangloser beim Strandbesuch bewegen zu können, Tücher passend zum Badeanzug oder Bikini (sogenannte Pareos), die locker um Bauch und Hüfte geschwungen werden können und die Stomaregion abdecken. Für Herren gibt es modische Bermudashorts. Badebekleidung mit speziellen Stomataschen gibt es im Fachhandel.

Einige Betroffene nehmen aus Sicherheitsgründen auf Reisen gerne ein beschichtetes Leintuch oder eine wasserdichte Moltonauflage fürs Hotelbett mit, um beruhigt schlafen zu können.

 

 

 

Für genauere Details oder Bezugsquellen ersuchen wir um Kontaktaufnahme mit der Wiener ILCO per E-Mail oder Telefon.